Salzige Träume
Salzige Träume Die feuchte Luft klebte an Marias Haut, als sie aus dem klimatisierten Terminal des Flughafens Galeão trat. Der Dezemberabend empfing sie mit einer schwülen Umarmung, die ihr sofort den Atem nahm. Über ihr erhob sich der Zuckerhut in der Dämmerung wie ein dunkler Riese, während die letzten Sonnenstrahlen den Himmel in ein tiefes Orange tauchten. "Bem-vindo ao Rio de Janeiro", rief der Taxifahrer enthusiastisch, als er ihren Koffer in den Kofferraum hievte. Maria lächelte müde. Nach zwölf Stunden Flug von Berlin fühlte sie sich wie in Watte gepackt, aber die pulsierende Energie der Stadt drang bereits durch ihren Jetlag. Das Taxi schlängelte sich durch den chaotischen Abendverkehr Richtung Copacabana . Durch das offene Fenster drangen Musikfetzen, das Hupen der Autos und das Leben der Straße. An den Ampeln verkauften Straßenhändler Wasser und Snacks, während Motorradfahrer sich geschickt durch die kleinsten Lücken zwischen den Autos schoben. In ihrem klein...